Während meiner Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print hatte ich viel Zeit. Zu viel Zeit sogar vielleicht, um mir zu viele Gedanken zu machen, mit was man diese viele Zeit füllen kann.

Wahre Kreativität entsteht immer aus dem Mangel. – Wolfang Joop

Auf Pinterest und Instagram habe ich Stunden um Stunden verbracht und irgendwie bin ich diesem Lettering-Trend völlig verfallen, bevor er überhaupt da war.
Zu Beginn habe ich mich noch eher mit Sketchnotes beschäftigt, was aber als Ursache hatte, dass ich das auch tatsächlich in meiner Ausbildung immer sehr gut anwenden konnte (dazu vielleicht auch bald mal mehr).

Das Lettering schwirrte aber immer noch in meinem Kopf herum. Ich wollte nicht nur irgendwelche Fotos herunterladen, ich wollte es einfach selbst können. Eine Freundin schenkte mir zu meinem Geburtstag die Brush Pens von Edding und somit nahm das Schicksal seinen Lauf. Also…

WAS IST LETTERING?

Handlettering bedeutet „kunstvolles Schreiben“ oder „die Kunst des Buchstaben-Zeichnens“, im Unterschied zum einfachen Schreiben. Aber wie so oft, gibt es für die englische Bezeichnung keine wirklich passende deutsche Übersetzung.
Jedem einzelnen Buchstaben wird, anders wie bei der technisierten Typographie, ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Jeder Buchstabe hat seine ganz eigene Persönlichkeit, denn keiner ist wie der andere. Die meisten Letterings sind meist auch nur ein kurzes Wort, ein Statement oder ein Zitat, aber kein Fließtext.

Lettering an sich ist eigentlich auch nur ein Überbegriff für Brush Lettering, Hand Lettering und (Faux) Calligraphy.
In den nächsten Zeilen könnt ihr zu den einzelnen Schriftgestaltungs-Typen einige Dinge nachlesen.

 

HAND LETTERING

Für das einfache Hand Lettering benötigt es im Wesentlichen nicht mehr als einen Bleistift, einen Fineliner oder Filzstifte.

Als Hand Lettering könnte man das beschreiben, was man in der Schule auf den College Blöcken von den Mädels findet – Schrift mit Linien und Geschnörksel. Meist zeichnet man mit Bleistift vor, weil man schneller und einfacher korrigieren kann, was einem nicht gefällt. Dann wird nachgezeichnet und – tadaaaaa – fertig ist das erste Handlettering.

 

 

 

 

BRUSH LETTERING

Brush = Bürste
Die Übersetzung erklärt eigentlich schon, in wie weit der Unterschied zum Hand Lettering besteht.

Brush Lettering entsteht durch einen Pinsel, einen Pinselstift oder Tusche. Die Besonderheit besteht darin, dass die Auf- und Abstriche eine unterschiedliche Dicke haben, wie bei der Kalligraphie. Außerdem – und das ist eigentlich das Wichtigste – sehen identische Buchstaben nicht gleich aus (achtet im Beispiel auf das b). Manchmal verbindet man die Buchstaben wie bei der Schreibschrift miteinander, manchmal stehen sie aber auch einfach für sich alleine.

 

 

FAUX CALLIGRAPHY

… das ist die „Falsche Kalligraphe“, quasi ein knallharter Lügner und Schummler.

Denn – Faux Calligraphy verwendet man eigentlich als Übung zur richtigen Kalligraphie. Ich persönlich mache das gerne, wenn ich einen super schönen Stift in einer tollen Farbe habe, er aber keine Brush Pen Spitze hat. Dann kommt einem die Faux Calligraphy zu Gute, denn, es sieht eigentlich aus, wie die Richtige. Außerdem kann man mit der Dicke der Auf- und Abstriche variieren.

 

KALLIGRAPHIE

Der Unterschied zum Lettering besteht darin, dass bei der Kalligraphie tatsächlich geschrieben wird. Wie du jetzt erfahren hast, ist Lettering mehr Zeichnen als Schreiben, das heißt es werden Schriftzüge entworfen und Buchstaben einzeln ausgearbeitet.
Kalligraphie legt mehr Wert auf Ästhetik als auf gute Lesbarkeit. Man benutzt klassisch die Schreibfeder oder Pinsel, mittlerweile gibt es aber auch Stifte.


Dich hat das Letter-Fieber gepackt? Juhu, dann kann es ja weitergehen zum nächsten Thema der Serie „Lettering – Alles was du wissen musst“.

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